Zurück zu den Wurzeln

Ich habe es getan und mir eine gebrauchte Olympus E-500 im DSLR Forum gekauft.

Jawohl, eine E-500! Die Schönwetter-Kippse mit dem dunklen Sucher, dem Bilderrauschen, ohne Bildstabilisator und mit lediglich 8 Megapixeln. Das ganze für überschaubare 100 EUR aus Erstbesitz.

Nun mag der ein oder andere sich fragen, warum sich jemand, der eine E-PL1 sein Eigen nennt, eine 7 Jahre alte DSLR kauft, wo doch gerade die OM-D E-M5 rauskommt und scheinbar alles besser kann.

Genau deswegen! Mir war nach Oldschool.

Die Zeit in der wir leben, wird immer schnelllebiger, die Produktlebenszyklen immer kürzer und das Marketing immer aggressiver. Glaubt man der Werbung und/oder den Forenbeiträgen, scheint das Fotografieren mit Kameras wie der E-500 heutzutage nicht mehr wirklich möglich zu sein. Schaut man sich Bilder dieser Kamera in diversen Internetforen an, fällt auf, dass diese gar nicht so schlecht und unscharf sind und die E-500 mit modernen Kameras durchaus mithalten kann - und das mit dem serienmäßigen Kit-Objektiv.

O.K., zugegeben, der Autofokus ist etwas langsamer und vielleicht auch etwas lauter, das Speichern dauert etwas länger, Bilderserien sind nur bedingt möglich, Live-View gibt es nicht und der Monitor selbst ist wirklich nicht der größte. Aber, brauche ich das alles wirklich, was mir die Werbung suggeriert - oder irgendwelche professionellen Knippser, die sich gegenseitig mit Lob über die OM-D E-M5  überhäufen? Sind meine Bilder weniger scharf, nur weil der Monitor kleiner ist und sich nicht klappen lässt oder der Autofokus langsamer ist?

Ich fotografiere seit einiger Zeit mit dem EZ1442 und dem EZ1415-II per MMF2 an der Pen. Der oft als nachteilig empfundene langsamere Autofokus stört mich persönlich gar nicht. Wir reden hier gegenüber einem moderneren mFT-Objektiv über Millisekunden, wichtig vielleicht bei der Sport- und Bewegungsfotografie. Für mich, der hauptsächlich Landschaften und Architektur und hin und wieder Street und Menschen fotografieren möchte, ist das eine vernachlässigbare Größe. Und sollte der AF wider Erwarten doch mal haken, geht die Welt auch nicht unter.

Fotografie ist mein Hobby. Mein Beruf und mein Alltag sind schon stressig genug. Wenn ich fotografiere, möchte ich mich entspannen und zur Ruhe kommen. Und, ja! Ich bin ein Schönwetterfotograf ! Ich gebe das offen zu und stehe dazu. Bei Regen liege ich lieber auf dem Sofa, höre Musik über meinen Plattenspieler, lese ein Buch und trinke einen Rotwein. Eine ISO-Zahl jenseits der 400 ist mir daher nicht wirklich wichtig, genauso wenig, wie ein extrem lichtstarkes Objektiv. Warum also in der heutigen Zeit über 1.000,00 EUR für einen Kamerabody ausgeben, dessen Funktionalität ich als Amateur überhaupt nicht ausreize?

Mir persönlich fällt dazu kein Grund ein. Genauso wenig bin ich übrigens dazu bereit, meine E-PL1 zu Gunsten einer E-PL3 in Zahlung zu geben, nur um etwas mehr Bedienkomfort zu haben, falls ich mal (teil-)manuell fotografiere, ich ansonsten aber nichts an Bildqualität gewinne? Das Geld stecke ich dann doch lieber wieder in Schallplatten, Bücher und oder Wein, falls das Wetter mal wieder schlecht ist!

An K-Freitag war das Wetter aber überraschend gut und ich musste zudem zwei Muschelschubsern und zwei Weisswurstlutschern etwas Industriekultur zeigen. Die E-500 lag eher zufällig im Auto. Daher anbei einige Bilder der Zeche Ewald in Herten. Aufgenommen mit der E-500 und dem 40-150mm Objektiv: