Crange und das Sigma 60mm f2,8 DN



Ich konnte nicht mehr widerstehen. Der Haben-Wollen-Reflex war eindeutig zu groß und der Preis von 169,90 EUR inkl. Versand zu verlockend. Worum es geht? Um das Sigma 60mm f2,8 DN natürlich, eines der wohl zur Zeit heissesten Objektive am mFT-Himmel und seit einer Woche in meinem Besitz. Was lag also näher als mit dieser Linse einen kleinen Bummel über die Cranger Kirmes zu machen.


Nachdem ich während der "Umwelthorizonte Zingst" kurz die Möglichkeit hatte, das Sigma zu begrabbeln und einige Photos damit zu machen, habe ich lange versucht, dieser Linse zu widerstehen, ist sie mit ihren 60mm doch recht nah am Olympus 45mm f1,7. Bezogen auf Kleinbild reden wir über ein 90mm Objektv und ein 120mm Objektiv. Und wie ich feststellen musste, können 30mm Brennweite ganz schön viel sein. Und tatsächlich erinnert mich das 60er Sigma an die guten alten 135mm f/2,8 Festbrennweiten, wie es sie in den 80ern und 90ern zu Hauf gab.


Bisher war das Sigma 30mm f/2,8 DN mein Lieblingsobjektiv an der GH1 und das Lumix 20mm F1,7 mein Immerdrauf an der E-PL1. Das 14-140mm Panasonic ist für mich so etwas wie ein Breitbandantibiotikum, welches man immer dann nimmt, wenn man nicht genau weiß, um was es geht. Gerade im Urlaub ist das toll und bequem. Und die mFT-Festbrennweiten sind so klein und leicht, dass sie im PEN-Case gar nicht auffallen. Das 45er Oly benutze ich meistens auf Parties als Portraitlinse. Es ist klein, lichtstark und verdammt fix. Zudem passt es sowohl zur PEN als auch zur GH1. Und jetzt zusätzlich noch das 60er Sigma?


Ja! Unbedingt! Wie viele andere mFT-Nutzer tendiere auch ich immer mehr zu den wirklich sehr guten Festbrennweiten. Nun ist das Panasonic 14-45mm bei weitem kein schlechtes Zoom. Im Gegenteil! preis-leistungstechnisch ist es eine der besten Kit-Linsen die ich kenne, nur leider, leider auch entsprechend lichtschwach. Abhilfe schaffen hier leider nur die Festbrennweiten. Bis vor kurzem waren diese aber nicht unbedingt erschwinglich, legten Panasonic und Olympus ihr Hauptaugenmerk doch auf eine möglichst hohe Lichtstärke. Dagegen ist ersteinmal nichts einzuwenden, wenn nur nicht der Verkaufspreis entsprechend wäre. Abhilfe schaffte hier Sigma, indem die Firma auf nicht ganz so hohe Lichtstärke setzte und so die Objektive günstiger anbieten konnte als die beiden Platzhirsche. Für die meisten Anwender ist eine Lichstärke von 2,8 in den meisten Fällen mehr als ausreichend, vor allem in einer Zeit, in der die High-ISO-Rekorde nur so purzeln.


Das 60er Sigma selbst ist eine tolle Linse. Nicht ganz so klein und zierlkich wie das Olympus, aber in Sachen Schärfe und Geschwindigkeit auf Augenhöhe und in einer Reihe mit der 19er und 30er 2,8er-Festbrennweite aus dem selben Haus - Klackern inklusive. Letzteres hört übrigens sofort auf, sobald die Linse mit Strom versorgt wird. Leider sorgt dieser Stabilisierungstrom in meinen Augen für einen nicht ganz so schönen Nebeneffekt: Die Akkus sind etwas früher platt. Und wo wir gerade bei den Nachteilen sind, zwei weitere hat das Objektiv noch. Der erste Nachteil ist die auf Hochglanz polierte Oberfläche, auf der man wirklcih jedes Staubkorn und jeden Fingerabdruck sehen kann. Der zweite Nachteil ist der fehlende Stabilisator und betrifft damit lediglich den geneigten Lumix-Nutzer, ausgenommen, er besitzt die neue LX7.


Sämtliche hier gezeigten Bilder des Sigma 60mm f/2,8 sind mit der GH1 entstanden. Gerade in der Dämmerung und den frühen Abendstunden hätte ich mir das ein oder andere Mal durchaus einen Bildstabilisator gewünscht - oder etwas mehr Lichtstärke. Das eine, den Stabilisator, hätte mir das Panasonic 14-45mm Zoom bieten können, das andere, mehr Lichtstärke, das Olympus 45mm f/1,7. Beiden Objektiven fehlt jedoch die letzten 15mm Brennweite, was bei der Dichte eines Kirmesbummels vielleicht sogar positiv gewesen wäre.


Ein wirkliches Kirmesobjektiv ist das 60mm Sigma nämlich nicht. Die 60mm wollen schon eine gewisse Entfernung zum Motiv. Hat man diese, weiss das Objektiv mit Schärfe, Geschwindigkeit und Präzision zu überzeugen.


Glück auf!

Panasonic Lumix GH 1 | Sigma 60mm f2,8