Im Schnee mit Krücken im Schloßpark


Wie unschwer zu erkennen  ist, ist das Ganze schon etwas länger her. Um genauer zu sein, Mitte Februar 2013. Und natürlich war ich nicht wirklich auf Krücken im Hertener Schlosspark - sondern mit.



Eine dieser beiden "Krücken" war die Panasonic Lumix DMC-G1. Mit ihrer Vorstellung sorgte Panasonic 2008/2009 für allerhand Aufsehen, gilt sie doch als erste EVIL-Kamera der Welt. Dabei steht EVIL nicht für "teuflisch" sondern für "Electronic Viewfinder interchangeable Lens". Auf deutsch heißt das soviel wie "elektronische Sucherkamera mit Wechselobjektiven".


Damit setzt die G1 ähnlich wie klassische digitale Spiegelreflexkameras auf Wechselobjektive, hat aber im Gegensatz zur klassischen DSLR keinen Schwingspiegel, was eine kompaktere Bauart ermöglicht. Diese Grundidee und deren Umsetzung war so erfolgreich, dass Panasonic zum Zeitpunkt der Aufnahmen mit der G5 bereits die vierte Generation erfolgreich am Markt platzieren konnte und Olympus zum gleichen Zeitpunkt sehr erfolgreich die OM-D E-M5 lancierte. Inzwischen gibt es von Panasonic die G6 sowie von Olympus die OM-D  E-M1. Hinzu kommt noch die von Videofilmern hochgeschätzte, semi professionelle  dritte Generation der GH-Serie von Panasonic.

Und wie es in der heutigen, schnelllebigen  Zeit nun mal üblich ist, kann die jeweils neue Kamera-Generation bekanntlich alles besser als die gerade noch aktuelle. Anders formuliert: Mit dem Erscheinen einer neuen Kamera sind sämtliche Vorgängermodelle Schrott, mit dem man unmöglich erfolgreich fotografieren kann!


Die zweite "Krücke" war das Panasonic Lumix G Vario 14-42mm F/3,5-5,6 ASPH. MEGA O.I.S. Ursprünglich wurde die G1 mit dem Panasonic Lumix G Vario 14-45mm F/3.5-4.5 ASPH OIS als Kit-Zoom ausgeliefert, welches nach wie vor in der mFT-Szene als das Standard-Zoom schlechthin gilt. Das 1442 I hingegen gilt eher als unterdurchschnittliche Standard-Linse, die im Gegensatz zum 1445 zudem ein Plastik-Bajonett ihr eigen nennt. Welch Frevel!


Vertraut man dem üblichen Forengerede, müsste mit einer Kombination aus Panasonic G1 und Panasonic 1442 I ein Fotografieren nahezu unmöglich sein. Doch zum Glück gibt es ein Leben außerhalb der Forenlandschaft, in dem hin und wieder die Sonne dafür sorgt, dass man auch mit ISO-Zahlen von unter 400 fotografieren kann.


Unter diesen "normalen" Bedingungen können auch Standard-Kits und Steinzeit-Kameras einen vorzüglichen Job machen und es mit aktuellen Hightech-Kameras aufnehmen. Die G1 ist so eine Kamera. Vor allem dann, wenn man unter ISO 800 bleibt und im RAW-Modus fotografiert, um im Anschluss die Bilder mit einer Software zu entwickeln, die gewisse Korrekturen hinsichtlich der Kamera und des verwendeten Objektivs vornimmt. In meinem Fall heißt diese Software DxO Optics Pro und kann sogar OOC-JPEGs nachträglich korrigieren.


Natürlich ist eine G6 der G1 in Sachen Low-Light, Geschwindigkeit oder Rauschen überlegen. Selbstverständlich bildet ein 1445 schärfer ab,  als ein 1442 I. Aber Kernschrott sind weder die G1 noch das 1442 I. Für 80 % der Urlaubsbilder ist die Qualität der Bilder mehr als ausreichend. Schaut man sich die derzeitigen Gebrauchtpreise an, stellt man fest, dass ein gut gepflegtes Set aus G1 und 1442 I derzeit für rd. 150,00 EUR am Markt zu haben ist. Dafür bekommt man in der Regel gerade ein mal das 1445 gebraucht oder mit etwas Glück eine G2 oder G3. In dem einen Fall fehlt einem die Kamera, in dem anderen Fall ein Objektiv, um zu fotografieren.

Wer also eine Kamera sucht, um hauptsächlich bei gutem Wetter mit ausreichend Licht zu fotografieren, sollte sich nicht scheuen, ein Blick auf die G1 zu werfen, vor allem dann, wenn er/sie kein Problem damit hat, die Bilder selbst zu entwickeln. Das 1442 ist ein guter Anfang. Ein schärferer - und tatsächlicher mFT-Must-Have - ist das 1445!

Glück auf!

Panasonic Lumix DMC-G1 | Panasonic Lumix G Vario 14-42mm F/3,5-5,6 ASPH. MEGA O.I.S