Tor zur Welt


Neulich war ich in Hamburg, dem Tor zur Welt. Spontaner Kurztrip während des Urlaubs. O.K. ganz so spontan war es in Wahrheit nicht. Neben dem Hafen, der Reeperbahn und anderen Sehenswürdigkeiten hat Hamburg nämlich noch eine Niederlassung der Firma Maerz. Die kennen Sie nicht?



Solange Sie weder Kunde von Pentax, Canon oder Tamron sind, ist das auch nicht weiter schlimm. Wenn doch, ist es ein eklatante Wissenslücke. Die Firma Maerz, die auch noch eine Niederlassung in Berlin hat, ist nämlich für die Vertragswerkstatt für die oben genannten Firmen. Pentax gewährt z. B. beim Neukauf einer Kamera innerhalb der ersten zwei Jahre einen sogenannten Basischeck. Vom Prinzip her ist das so etwas wie eine Inspektion beim Auto - die Kamera wird einmal komplett durchgecheckt, gereinigt, ggf. neu eingestellt und die neuste Software wird aufgespielt. Nach dem ersten Check kostet dieser Service zur Zeit rund. 60,00 EUR.


Für mich aber viel wichtiger und interessanter war die Justierung meines Tamron 28-75 mm f/2,8. Dieses hatte ich bereits, mit dem Hintergedanken einer Justierung bei der Firma Maerz, recht günstig im DSLR-Forum erworben. Die Idee war jetzt also, nach Hamburg zur Firma Maerz zu fahren, die K30, das WR 18-135 mm sowie das DA 50 f/1,8 von Pentax im Rahmen der Garantie durchchecken zu lassen und das Tamron kostenpflichtig justieren zu lassen.  Natürlich kann man nicht darauf warten, aber wenn man schon mal in Hamburg ist, bieten sich eine Hafenrundfahrt, ein Reeperbahnbummel und ein Essen in der Veddeler Fischgaststätte quasi von selbst an.


Fangen wir mit der Veddeler Fischgaststätte an. Dummerweise habe ich vor lauter Aufregung - Kamera weg und endlich in Hamburgs ältester Fischbraterei Fisch essen -  vergessen, von dem Lokal ein Foto zu machen. Sachen gibt's. Zu allem Überfluss befindet sich direkt vor dem Laden eine riesen große Baustelle, so dass wir erst einmal direkt daran vorbeigefahren sind. Die Gaststätte liegt recht verkehrsgünstig an den Elbbrücken. Sie gibt es bereits seit seit über 80 Jahren und seit dem gibt es dort eigentlich nur Seelachs und Kartoffeln - letzteres wahlweise als Kartoffelsalat oder Pommes. Gegessen wird traditionell mit zwei Gabeln. Das Konzept ist so erfolgreich, dass die Gaststätte nur wochentags von 11.00 Uhr bis 17.45 Uhr geöffnet ist. Am Wochenende ist geschlossen. Und sonst? Lecker! Einfach nur lecker!


Apropos einfach. Am besten parken Sie ihr Auto einfach auf einem der vielen Park und Ride Parkplätze und kaufen sich eine Tagesgruppenkarte. Die 9.00 Uhr Tageskarte, mit der bis zu fünf Personen fahren können, kostet z.B. 10,80 EUR. Das Tolle daran ist, Sie können damit auch die Elbfähren benutzen. Besonders interessant sind dabei die Linien 61 und 62. Die 61 gewährt Ihnen einen tollen Blick auf die Köhlbrandbrücke, die 62 bringt Sie über den Museumshafen in Ovelgönne nach Finkenwerder.


Auf den großen, neuen Fähren gibt es auch ein Gastronomie mit Getränken und kleinen Snacks. Sie können sich aber auch über Ihr Rucksackfutter hermachen. Einziger Unterschied zur Hafenrundfahrt, Ihnen erzählt niemand irgendwelche Geschichten über den Hafen und die gerade anwesenden Schiffe. Dafür können Sie in Ovelgönne aussteigen und einen der besten Bananen-Nuss-Muffins außerhalb New Yorks essen.


Oder Sie machen einen Spaziergang am Elbestrand und entspannen in einer der Strandbars.


Wenn Ihnen nicht nach einem Reeperbahnbummel ist, von dem es übrigens ebenfalls keine Bilder gibt, hätte ich da vielleicht eine nette Alternative für Sie. Die Schiffsbegrüßungsanlage im Schulauer Fährhaus in Wedel.


Erstens gibt es dort lecker was auf die Gabel, zweitens kann man dort auch nur etwas trinken und den Schiffen beim Ein- und Auslaufen zusehen. Als besonderes Schmankerl wird jedes dieser Schiffe, sofern es größer als 1.000 Großtonns ist, mit der jeweiligen Nationalhymne begrüßt bzw. verabschiedet. Im Schnitt sind dies rund 50 Schiffe pro Tag. Insgesamt wurden dafür 150 Nationalhymnen sowie deren Begrüßungen und Verabschiedungen in Landessprache eingespielt. Zusätzlich gibt es noch die ein oder andere Information zu den Schiffen selbst - dies selbstverständlich in deutsch. Und mit etwas Glück erlebt man dann als krönenden Abschluss einen Sonnenuntergang wie diesen:


Danach haben Sie übrigens immer noch genügend Zeit für einen Reeperbahnbummel.

Sowohl auf den Fähren als auch bei der Schiffsbegrüßungsanlage ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihnen der ein oder andere Ship-Spotter begegnet. Also nicht erschrecken, wenn Sie das Gefühl haben, neben Ihnen legt gerade jemand mit einer Bazooka auf ein Schiff an. Die Bilder dieses Beitrags sind mit dem Olympus M.Zuiko Digital ED 14-150 mm an der E-PL1 entstanden. Auch mit dieser Kombination ist Ship-Spotting durchaus möglich, auch wenn einer der Stammspotter an der Begrüssungsanlage meinte, die Kleine müsse noch wachsen.


Wie oft ich an diesem Tag die PEN ans Auge führen wollte, weiß ich nicht mehr. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen. Der Mensch ist und bleibt ein Gewöhnungstier.

Zwischenzeitlich sind sowohl die K30 als auch die Objektive wieder heil und unbeschadet im Ruhrgebiet angekommen.  Die Aktion hat knapp 90,00 EUR gekostet und war ein voller Erfolg. Kamera und Objektive wurden gereinigt und justiert. Beim Tamron wurden zusätzlich die Linsen zentriert, so dass der Fehlfokus am langen Ende scheinbar nicht mehr existiert. Zudem scheint es, dass das gesamte System an Schärfe gewonnen hat. Auch wenn es sich bei dieser Einschätzung vielleicht um einen Placeboeffekt handelt, ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass die Ausrüstung in Ordnung ist. Einziger Nachteil: An ihr kann es jetzt nicht mehr liegen, wenn etwas mit den Bildern nicht stimmt. Die Fehlerquelle ist jetzt eindeutig der Typ hinter der Kamera!

Glück auf!

Olympus E-PL1 | Olympus M.Zuiko Digital ED 14-150 mm