Zingst - Local Heros - Das inszenierte Portrait


Die "Faces of Festival" bzw. "Local Heroes" sind mittlerweile fester Bestandteil der Umwelthorizonte Zingst. Kreativer Kopf hinter dieser Idee ist Christoph Künne, der Herausgeber des DOCMA.-Magazins. Sein Workshop "Das inszenierte Portrait" ist ebenfalls fester Bestandteil des Angebots der Fotoschule Zingst. Dieses Jahr hatte Christoph Künne die Idee, beides zu vermengen.



"Local Heroes" trifft "Das inszenierte Portrait" - Thema: Feuerwehr! Irgendwie guckt der Herr Workshopleiter auf dem Foto ziemlich skeptisch. Dabei haben er und sein Team im Vorfeld alles gegeben: Locationbegehung der Müggenburg am Vortag, verschiedene Settings, zwei Jungs und ein Mädel von der Freiwilligen Feuerwehr als Model, dazu noch zwei weitere weibliche Models als Unfall- bzw. Brandopfer, Lichtcoaches, Briefing der Workshopteilnehmer, Pyrotechnik ... Pyrotechnik ... ??? Genau die wurde im Max Hünten Haus vergessen und musste nachgeliefert werden. Wer es genauer wissen will, einen Bericht von Christoph Künne, sowie eine Auswahl der Fotos der anderen Teilnehmer gibt es hier: KLICK


Im Gegensatz zu Christoph Künne und seinem Team, habe ich meine Bilder mit DxO entwickelt und der inzwischen kostenlosen NIK-Software nachbearbeitet. Der Grund ist, ich bin scheinbar wirklich zu doof für Lightroom. In Zingst hätte ich ohne die Hilfe von Christoph und meinem netten Banknachbarn nicht ein Bild bearbeitet bekommen. Die Arbeitsweise in und mit Lightroom will sich mir einfach nicht erschließen, was durchaus ärgerlich ist, weil die Ergebnisse wirklich toll sind - auch wenn ich danach nicht mehr das Gefühl hatte, dass es meine Fotos sind / waren. Aber auch mit der NIK-Software lassen sich tolle Ergebnisse erzielen - ohne diesem ganzen Imponier Importiergehabe.


Doch zurück zum Workshop. Ziel einer solchen Veranstaltung sollte es sein, etwas zu lernen, was man noch nicht kann oder Kenntnisse, die man bereits hat, zu vertiefen. Auf mich traf beides nicht zu. Weder habe ich etwas gelernt, was ich noch nicht konnte, noch konnte ich meine bereits vorhandenen Kenntnisse vertiefen - was eindeutig nicht am Workshop oder Christoph Künne lag, sondern einzig und alleine an mir. Ich eigne mich einfach nur sehr bedingt zum Portraitfotografen.


Während die meisten bereits sehr schnell ein Szenario und ein Bild im Kopf hatten, stand ich doof in der Gegend rum und bewunderte das Problem. Spontane Kreativität? Fehlanzeige! Aber so was von! Das Beruhigende war, dass ich mit meiner Fotoblockade nicht alleine war. Also habe ich erst einmal erfurchtsvoll und mit offenem Mund zugeschaut, was die anderen Teilnehmer so für Ideen hatten und wie sie mit dem Licht, den Blitzgeräten und den Protagonisten bzw. Models umgegangen sind. Sehr beeindruckend.


Bei manchen merkte man sofort, dass sie ein Bild im Kopf hatten, was sie mittels Kamera auf die Speicherkarte bringen wollten. Klare, knackige Ansagen an die Models, bewusstes Positionieren und Korrigieren. Wow! Ich kann so etwas nicht. Auch wenn ich nicht auf den Mund gefallen bin, scheine ich für die Portrait und Modelfotografie zu schüchtern zu sein. Vielleicht brauche ich auch einfach nur mehr Vorlaufzeit, um mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und um einen Zugang zum Model zu bekommen. Keine Ahnung. Spontane Inszenierungen scheinen aber überhaupt nicht mein Ding zu sein.


Also habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und schmarotzt - also aus dem Hintergrund fotografiert. O.K., ich weiss, was Sie jetzt denken, und Sie haben recht. Das ist eher Reportagefotografie als Portraitfotografie! Aber scheinbar bin ich mehr Kameramann und weniger Regisseur und brauche jemanden, der Bilder im Kopf hat, die ich erkenne und ablichte. Wie dem auch sei, der Workshop hat mir persönlich sehr viel Spaß gemacht und mir nochmals vor Augen geführt, wo meine Grenzen liegen. Mein fotografischer Fokus liegt nicht im Bereich People sondern ist und bleibt Urban und Landschaft.


Vielen Dank an alle, die den Workshop zu einem für mich unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. An meinen Lightroomfähigkeiten werde ich versuchen, im stillen Kämmerlein zu arbeiten. Versprochen! Zum Abschluss nochmal zwei Beauty-Shoots vom Model - ganz ohne Bearbeitung, einfach so:



Glück auf!

PENTAX K 20 D | Pentax K-5 II