Bremen Nights


Neulich war ich bei Kumpel Olli in Bremen. Opel schrauben! Dabei ist auch das Bild mit der Ölkanne Am Werstattfenster entstanden. In der Regel sieht das mit dem Schrauben nämlich so aus, dass Olli schraubt und ich versuche, nicht im Weg zu stehen. Fotografieren hilft dabei ungemein!


Dieses Mal war sogar Zeit für eine nächtliche Fototour durch den Bremer Hafen. Nein, nicht Fishtown! Gemeint ist tatsächlich der Hafen der Freien Hansestadt Bremen - oder zumindest das, was davon noch übrig ist. Los ging es im Überseehafen am Speicher XI, dem zweitlängsten Gebäude Bremens. Der Backsteinbau diente ursprünglich als Baumwollspeicher und beherbergt heute unter anderem das Hafenmuseum, das Zentrum für Baukultur und die Hochschule der Künste. Nachts ist er zudem recht nett beleuchtet.


Ich war recht gespannt wie sich die E-M1, das 1122 sowie das 1454 bei Nacht schlagen würden. Meine ersten Erfahrungen bzgl. Langzeitbelichtung und der E-M1 waren nämlich eher ernüchternd. Dabei hätte ein Blick in das wirklich sehr gute Buch von Reinhard Wagner genügt und mich davon abgehalten, die Rauschminderung auszuschalten. Wer kann denn schon ahnen, dass eine Kamera nach erfolgreicher Belichtung noch einen Darkframe mit identischer Belichtungszeit nachbelichtet ...


Die E-M1 macht sowas. Muss man nur wissen! Dann klappt das auch mit den Langzeitbelichtungen. Wenn man das nicht weiß, und die Rauschminderung abschaltet, so wie ich das anfangs gemacht habe, sehen die Ergebnisse wirklich gruselig aus. Sehr gruselig! Apropos gruselig. Während ich hauptsächlich das 1122 und gelegentlich das 1454 nutzte - wofür hat man schließlich eine E-M1 - nutzte Olli ausschließlich das 1240er. O.K, das ist alles andere als gruselig - aber wenn man mal mal, bei den an diesem Tag vorhandenen Lichtverhältnissen, die Treffsicherheit des Kontrast-AF des 1240 mit dem des Phasen-AF der FT-Optiken vergleicht, ist man wieder im Thema. Während meine FTs zeitweise noch am Suchen und Pumpen waren, hatte Olli sein Bild bereits im Kasten - trotz Langzeitbelichtung. Neid ...


Die Abbildungsqualität der beiden FT-PRO-Linsen hat mich dann für den nicht ganz so schnellen und treffsicheren AF mehr als entschädigt. Ich mag die Bildanmutung der FT-PRO-Objektive einfach lieber, als die der moderneren mFT-Linsen. Sie ist für mich irgendwie runder und homogener. Ein wenig erinnert mich der Vergleich an den zwischen der guten alten Schallplatte und der CD. Durch die Kontrastoptimierung des 1240 wirken die Bilder zwar durchaus knackig aber auch irgendwie härter und weniger dynamisch. Die Frage, die man sich - in meinen Augen - also stellen sollte, lautet: Mag ich es lieber digital(er) oder analog(er)?


Von besser oder schlechter zu sprechen, halte ich für vollkommen unangebracht. Die Bildanmutung des 1240 entspricht dem Zeitgeist und ist, bis zu einem gewissen Grad, sicherlich auch dem Pixelpeepen geschuldet. Trotz alles Auflösung, mag ich es lieber analog(er). Olli ist da eher etwas digitaler. Auch was die Wiedergabe von Musik angeht. Er kommt übrigens ebenfalls von der PEN und ist kurz vor dem Treffen sehr günstig an ein neuwertiges, gebrauchtes Kit aus E-M1 und 1240 gekommen. Schaut man sich einmal die aktuellen Gebrauchtpreise an, ist ein gebrauchten 1240 nicht mehr soweit entfernet von einem Set aus mmf-3, 1122 und 1454. Haptisch haben die FT-Optiken zudem keine Chance gegen das jüngere Schwesterlein.


Weiter ging es zur Waterfront, einem Einkaufzentrum auf dem Gelände der ehemaligen AG Weser. Leider wurde das Wetter zunehmend schlechter, so dass das Fotografieren - trotz abgedichteter Optiken und Gehäuse - immer weniger Spaß bereitete. Wir beschlossen, daher immer öfter lieber im warmen und trockenen Auto zu bleiben. Ja, ja, man kommt in Alter! Trotzdem ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man nicht sofort seine Sachen einpacken muss, wenn es anfängt zu regnen. 


Hier der Beweis, dass in Bremen tatsächlich noch Schiffe aus Übersee anlanden. Allerdings sind sich etwas kleiner als die Containerschiffen, wie man sie aus Bremerhaven und / oder Hamburg kennt. Aber Größe ist bekanntlich nicht alles. Wer weiss das besser, als Olympus- bzw. Micro.Four-Thirds-User. Persönlich bin ich mit der Abbildungsleistung der beiden FT-Optiken und der E-M1 auch bei Nacht sehr zufrieden. Man muss nur wissen, wie es geht, dann vermisst man auch nichts.


Apropos vermissen: Den Abschluss machte die Marina im Europahafen. Eigentlich hätte dort die Alexander von Humboldt liegen sollen. Blöderweise waren wir genau an dem Tag dort, an dem die AvH an ihren neuen Liegeplatz an der Schlachte verlegt wurde. Guckst Du, und zwar blöd - Schiet Wetter und ein leerer Kai...

Glück auf!

Olympus OM-D E-M1 | Olympus Zuiko Digital 11-22 mm | Olympus Zuiko Digital 14-54 I