Horizonte Zingst 2018 - Teil 1


Die Horizonte Zingst 2018 sind vorbei. Auch wenn ich recht wenig zum Fotografieren war es mal wieder schön aber auch irgendwie anders.


Anders insofern, dass ich in diesem Jahr lediglich zwei Workshops gebucht hatte. Zum einen Schwarz-Weiss-Fotografie am Weststrand mit den Leica-Boys und zum anderen From Dusk Till Dawn mit Timm Allrich.


In diesem ersten Teil geht es um die Schwarz-Weiss-Fotografie mit der Leica M Monochrome. Die Spielregeln sind recht einfach. Fotografiert wird ausschließlich in s/w. Wer will darf sich dafür kostenlos eine Leica leihen. Ganz unkompliziert und unbürokratisch.


Natürlich wollte ich. Meine Wahl fiel, wie schon erwähnt, auf die Leica M Monochrome zusammen mit dem 50mm Summicron. Voll manuell, Mess-Sucher, haptisch ein Traum und mit knapp 16 Kilo-EUR nicht gerade ein Schnapper. Was mich schmunzeln ließ: Der optional erhältliche, aufsteckbare elektronische Sucher wird bei Olympus zugekauft.


Apropos Olympus. Parallel zur Leica-Kombi hatte ich meine OM-D E-M5 I mit dem 25mm 1.8 dabei. Mit dem Batteriegriff haptisch mehr als O.K., Autofokus, Zeitautomatik, Klappdisplay und mit knapp 600 EUR deutlich günstiger als die Leica.


Um es vorweg zu nehmen: Die Leica und ich wurden keine Freunde. Grund ist der manuelle Fokus. Uch wen ich ein Kind der 80er bin und ich mit einer Manuellen Spiegelreflexkamera angefangen habe zu fotografieren, fällt es mir mit meinen mittlerweile -6 Dioptrien wirklich schwer manuell auf den Punkt scharf zu stellen. Zudem hab eich mich mittlerweile so an den elektronischen Sucher und das Klappdisplay gewöhnt, dass ich beides nicht mehr missen möchte. Ja, ich werde älter!


Von den gemachten knapp 120 Bildern mit der Leica waren ca. 20% scharf und 10 % brauchbar. Der Rest war unscharf, überbelichtet, unterbelichtet oder schlicht und ergreifend schlecht. Wie üblich befand sich die Fehlerquelle hinter der Kamera. Die Leica will und braucht jemanden, der ziemlich genau weiss, was er tut. Die Olympus verzeiht wesentlich mehr Fehler. Zudem hilft der EVF Fehler zu vermeiden, weil er dem Fotografen bereits das fertige Bild und Auswirkungen möglicher Änderungen zeigt, bevor man abdrückt.


Trotzdem - oder gerade deswegen - war der Tag mit der Leica am Weststrand ein Erlebnis. Die Selbstverständlichkeit mit der Leica einem Equipment anvertraut ist erstaunlich. Das Wissen der Leica-Boys und die Bereitschaft Selbiges zu teilen ist enorm. Beeindruckend war zudem, was die beiden -  im Vergleich zu den Workshopteilnehmern - aus ihren Leicas herausgeholt haben.


So eine voll manuelle Leica entschleunigt und erdet. Sie macht einem bewusst, dass Fotografieren mehr ist als zu fokussieren und abzudrücken. Die Frage ist, ob man das will. Dank der gemachten Erfahrung kann ich für mich sagen, dass ich es nicht will. Die Horizonte Zingst 2018 haben mir gezeigt, dass ich mit Olympus mein System gefunden habe und angekommen bin. Und auch das entschleunigt, erdet und beruhigt. Der Drang Neues auszuprobieren, mir andere Systeme anzuschauen oder mal wieder eine PENTAX in die Hand zu nehmen war schlicht und ergreifend nicht da. Ungewohnt, aber schön!


Glück auf!