Buhnenuntergang - Ein Test



Seit kurzem besitze ich neben dem Olympus Zuiko Digital 11-22 mm 1:2.8-3.5 auch ein Olympus Zuiko Digital 9-18 mm 1:4-5.6. Manchmal sind 11 mm doch zu lang!


Eigentlich hatte ich mich schon auf das Samyang 7.5 mm 1:3.5 UMC Fish-Eye eingeschossen. Aber dann bekam ich ein Angebot, was ich nicht ablehnen konnte und wollte. Für das Olympus 9-18 sprachen zu viele Dinge. UWW statt Fish-Eye. Zoom statt Festbrennweite. Objektivekorrektur in DxO. Kontrast-AF-fähig! Und das alles zu annähernd dem gleichen Preis wie das Samyang. 3-2-1 meins!


Wie es der Zufall so wollte, ging es kurz darauf in den Sommerurlaub nach Zingst. Ja, ich weiss! Und ein Leben ohne Zingst ist auch durchaus möglich, ABER nicht wirklich erstrebenswert. Ein Mal im Jahr - bevorzugt zum Fotofestival - sollte schon sein. Jetzt, während der Sommerferien, war mir Zingst ehrlich gesagt zu voll und die Leute - sowohl Touris als auch Einheimische - viel zu unentspannt. Diese Arroganz und Gereiztheit von beiden Seiten war mir bisher in Zingst völlig unbekannt.


Doch zurück zum Vergleich der beiden Objektive: Was lag also näher, als sich einen Abend an den Strand in die Ostsee zu stellen und den immer wieder spektakulären Sonnenuntergang sowohl mit dem 9-18 als auch dem 11-22 bei identischen Einstellungen an der E-M1.1 zu fotografieren. Immerhin werden beide Objektive gebraucht zu fast identischen Preisen angeboten. Hier mal ein Beispiel bei 11 mm und Blende 5.6:

Olympus Zuiko Digital 9-18 mm 1:4-5.6

Olympus Zuiko Digital 11-22 mm 1:2.8-3.5 

Beim Darstellen der Farben geben sich die beiden Objektive nichts. Die leicht eränderte Perspektive ist meiner Vorsicht Angst beim Objektivwechsel geschuldet. Ist schon ein komisches Gefühl, zwei Meter in der Ostsee zu stehen und ein Objektiv zu wechseln.

Betrachtet man die Wolken am oberen rechten Bildrand, fällt auf, dass das 1122 feiner zeichnet. Noch deutlicher wird es bei den Buhnen am unteren linken Bildrand:

Olympus Zuiko Digital 9-18 mm 1:4-5.6

Olympus Zuiko Digital 11-22 mm 1:2.8-3.5 

Hier zeigt das 1122 dem 918 deutlich wer optisch die Nase vorne hat. Während beim Pro-Zoom noch deutlich (Holz)Zeichnung und (Holz)Struktur zu erkennen ist, begnügt sich das Consumer-Zoom mit einer etwas matschigeren Darstellung der Holzpfahlreihe. Zur Bildmitte hin relativiert sich der Unterschied, bleibt aber weiter vorhanden. Hier zeigt sich in meinen Auen deutlich der Aufwand, den Olympus in die optische Korrektur des 1122 gesteckt hat. Randunschärfe? Fehlanzeige! Feinzeichnung? Oh ja! Ist das 918 deswegen schlecht? Ich finde nicht. Schlechter als das 1122 -  ja. Generell schlecht - nein! Zudem ist es untenrum weiter. 9 und 10 mm kann das 1122 nämlich gar nicht. ;-) Und genau für diese Brennweiten habe ich das 918 gekauft! Es soll das 1122 als Ultraweitwinkel nach unten abrunden. Und das tut es - ohne Fish-Eye-Effekt!

Wer allerdings die 9-10 mm nicht benötigt und auf den Kontrast-AF des 918 nicht angewiesen ist, bekommt mit dem 1122 auf dem Gebrauchtmarkt für das gleiche Geld das optisch besser korrigierte Objektiv! Gute Bilder(siehe Bild 2 und 3 dieses Beitrags) macht das 918 selbstredend aber auch.

Glück auf!