Ernüchterung - Besinnung - Neustart Teil II



Neustart! Alles bleibt anders! Willkommen in der wundersamen Fuji-Welt! | Teil I | Teil III

Der folgende Artikel ist weder ein Test noch eine Kaufberatung, noch Werbung. Er spiegelt lediglich den Weg meiner ganz persönlichen Entscheidungsfindung bei einem Systemwechsel wieder.


Nachdem die Entscheidung pro Fuji gefallen war, blieb die Frage der Kamera(s). Durch den Verkauf meiner Olympus hatte ich ein gewisses Budget zur Verfügung, das unter das Volk gebracht werden wollte. Von Anfang an war mir klar, dass es keinen 1:1 Ersatz für die E-M1 Kombination mit dem 1240 geben würde. Aber das wollte ich auch nicht. So toll wie das 1240 ist, es ist - zumindest für mich - kein Ersatz für das 1454. Dafür ist es mir zu glatt, zu digital, zu modern! Gleiches trifft in meinen Augen übrigens auch auf der Fujinon XF 23mm 2.0 auf dem obigen Bild zu. Irgendjemand hat mal in den Tiefen des WWW geschrieben, dass das Objektiv ungefähr so spannend sei, wie ein VW Golf. Ein wie ich finde sehr treffender Vergleich. Ziemlich perfekt, aber irgendwie auch ziemlich langweilig. Daher besitze ich es inzwischen auch nicht mehr. Doch zurück zu den beiden Kameras auf den Bildern, die sind nämlich noch da und dürfen auch bleiben.


Ich glaube, ich habe noch nie so viel über Kameras und Objektive gelesen, wie in der letzten Zeit - Videos gucken inklusive. Mein Grundgedanke war es eigentlich, mich mit der X-T2 zu beschäftigen. Aber je mehr ich mich mit der X-T2 beschäftigte, desto mehr geriet die X-T1 in den Fokus. Grund war ein Video in der die X-T2 mir der XT-1 verglichen wurde. Komischerweise ging es dabei weniger um die Bildqualität als um vielmehr um die Bedienung und den Autofokus. Da ich noch nie ein Fan von Touchscreen, Video, Joystick und anderen Gimmicks war, beschlich mich immer mehr das Gefühl, dass die X-T1 das sein könnte, was ich suchte. Eine KAMERA ohne viel Schnickschnack zum FOTOGRAPHIEREN.


Wirklich alle Tests, egal ob als Text oder als Video, bescheinigen der  X-T1 eine vorzügliche Bildqualität. Nicht ein Tester hatte diesbezüglich irgendetwas zu bemängeln (von irgendwelchen Würmern einmal abgesehen). Einige Tester bescheinigen der X-T1 gegenüber den Nachfolgerinnen sogar, die bessere Low-Light-Kamera zu sein. Andere schreiben ihr zum Teil das "sauberere" Bild zu. Ein Vergleich der X-T1 mit der X-T2 unter dpreview.com zeigt ebenfalls nur marginale Unterschiede - wenn auch zugunsten der X-T2. Vergleichsbilder im Netz untermauerten die wirklich sehr gute Bildqualität der X-T1 aus den Tests zudem deutlich.


Vergleicht man die X-T1 mit der E-M1.1 und EM5.1 von Olympus bei dpreview hat die Fuji in Sachen Bildqualität die Nase dagegen leicht vorn. Wirklich wichtig war mir dies jetzt nicht, da mir die BQ der E-M1.1 und E-M5.1 immer gereicht hat. Ich habe meine Olympusausrüstung  schließlich nicht wegen der Bildqualität verkauft. Aber verschlechtern wollte ich mich auch nicht. In allen anderen Kategorien der Tests geben sie die E-M1.1 und die X-T1 ebenfalls nicht viel. Wobei ich persönlich finde, dass die Verarbeitungsqualität und Haptik der Olympus-Bodies schon besser ist, und das nicht nur ein bisschen, sondern merklich.


Doch zurück zur Bildqualität bzw. den Objektiven. Die Kombination aus X-T2 und XF 18-55mm hatte mich ja schon beim lokalen Fachhändler beeindruckt. Bilder der XT1 mit dem 1855 aus dem WWW bestätigten die bisherigen Eindrücke. Das XF 18-55mm - sofern man ein gutes erwischt - ist ein hervorragendes Allround-Zoom. Es bietet eine hervorragende Schärfe ohne dabei auf Kontrast optimiert worden zu sein. Damit hebt es sich in meinen Augen wohlwollend vom m.Zuiko 12-40mm 2.8 ab. Einziger Nachteil: Das 1855 ist im Gegensatz zu den Olympus-Objektiven leider nicht gegen Staub und Wasser abgedichtet. Was mich am Ende aber komplett aus den Socken gehauen hat war, die Kombination aus X-T1 und XF 35mm 1.4. Was für eine Kombination! Was für ein Objektiv! Als ich die ersten Bilder gesehen haben, die mit dieser Kombination gemacht worden waren, war ich geflasht! Scheiss auf die Autofokusgeschwindigkeit, scheiss auf die Rand- bzw. Eckenschärfe, dieses Objektiv hat einfach das gewisse Extra.


Nachteile? Oh ja! Nicht zu knapp! Die mangelnde Verarbeitungsqualität und die mindere Haptik gegenüber Olympus habe ich ja bereits angesprochen. Ein weiteres Manko ist der fehlende Bildstabilisator. Bei PENTAX und Olympus ist ein solcher werksseitig im Kamerabody verbaut. Fuji verzichtet bei der XT-1 darauf und verbaut die Stabilisatoren in den Objektiven. Das ist erst einmal kein Nachteil. Wer aber wie ich gerne und häufig mit analogen Objektiven fotografiert stößt hier doch schnell an seine Grenzen - vor allem bei langen Brennweiten jenseits der 100mm. Bei der E-M1.1 ist mir dank des 5-Achsen-Stabilisators nie wirklich aufgefallen, wie sehr ich doch "zittere". So ein vollkommen ruhiger EVF ist schon was tolles - von den Belichtungszeiten mal abgesehen.


Unabhängig funktionieren manuelle Objektive an der X-T1 ganz hervorragend. Sämtliche Bilder dieses Threads (mit Ausnahme der Ausrüstungsbilder) wurde mit den unterschiedlichsten manuellen Objektiven gemacht. Allerdings vergesse ist stets, die Brennweite im Menue zu ändern, um anschließend noch zu wissen, mit welchem Objektiv welches Bild gemacht wurde. Ebenso wird die verwendete Blende der rein manuellen Objektive nicht in die Exif-Datei übergeben. Mich stört das nicht im Gerinsten, da dann das Bild selbst und nicht die verwendete Technik im Vordergrund steht. Ob das mit den manuellen Objektiven auch in Farbe geht? Aber sicher:







Hier geht es zu Teil I und Teil III ...

Glück auf!

Fujifilm X-T1 | manuelles Altglas