Systemwechsel - Zwischenfazit



Wer jetzt einen Blick zurück im Zorn oder einen Blick zurück vor Wehmut erwartet, der irrt. Aber Samstag war Hausmesse bei Calumet in Düsseldorf und ich hatte die Möglichkeit etwas zu quatschen und Kameras zu begrabbeln. Zudem wollte ich mir mal das Fujinon 1:2.8 16 mm etwas genauer ansehen.Und ganz nebenbei freute ich mich auf Emiliano Leonardi, den ich sonst eher nur in Zingst treffe.


Das Schöne an so einer Hausmesse ist, dass eigentlich jeder Anbieter da ist und zeigt, was er so kann. Nachdem ich meine beiden Fuji-Kameras zum kostenlosen Putzen abgegeben hatte, führte mich mein erster Weg direkt zu  Olympus, um festzustellen, dass Emiliano nicht für Olympus sondern für Profoto in Düsseldorf war. Egal! Die E-M1x inkl. 40-150 2.8 lag zum Begrabbeln auf dem Tisch..


Uff! Viel größer, schwerer und wuchtiger war meine gute alte PENTAX K20D inkl. Batteriegriff und dem TAMRON 1:2.8 70-200 mm jetzt auch nicht. Klein, leicht und kompakt ist die E-M1x mal so gar nicht! Von der Verarbeitung und Haptik her ist die Kamera hingegen ein Traum. Kompliment Olympus! Das soll Euch erst einmal jemand nachmachen. Die Autofokusgeschwindigkeit hat mich allerdings nicht vom Hocker gehauen. Allerdings waren es auch nur statische Ziele. Und auch sonst sprang bei mir nicht der Funke über.


Anschließend trabte ich recht neugierig zum Stand von Panasonic. Die L-Mount-Alliance von Panasonic, Leica und Sigma halte ich für eine der spannendsten Zusammenschlüsse der letzten Jahre. In meinen Augen kann diese Allianz zu einer Art "Game-Changer" werden. Panasonic hat seit Einführung der G1 eindrucksvoll bewiesen, dass sie spiegelos können. Leica steht für hervorragende Optiken und Sigma hat in der letzen Zeit ebenfalls sehr eindrucksvoll bewiesen, dass sie wissen, wie man großartige Objektive baut. Ein klein wenig erinnert mich das Projekt an die Offenlegung des K-Bajonetts durch PENTAX, wenn auch nur entfernt. Dennoch, ich glaube, im Gegensatz zu Olympus geht Panasonic hier den richtigeren Weg. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass Panasonic weniger Altlasten zu stemmen hat, als Olympus.


Die S1, die ich in der Hand halten durfte, war nur unwesentlich größer und schwerer als die E-M1x. Die Autofokusgeschwindigkeit empfand ich hingegen einen Hauch schneller. Und das von mir, der mehr als zwei Jahre mit einer E-M1.1 und FT-Optiken fotografiert hat und jetzt zumeist  eine X-T1 mit manuellen objektiven nutzt. Ich glaube allerdings auch, dass die S-Serie von Panasonic professionelle Kunden gewinnen und die E-M1x professionelle Kunden binden soll. Beides wird bei mir nicht gelingen. Das Investment für das jeweilige System wäre mir zu hoch und der Mehrwert zu gering. Womit wir bei Fuji wären. Weitere Anbieter, neben diesen dreien, haben mich nämlich mal so gar nicht interessiert. PENTAX hat keine Spiegellose. Sony erinnert mich an amerikanische Autos aus den 80ern. Viel Plastik und ständig piepst irgendwo irgendwas. Und Canikon war noch nie wirklich meins.


Der Fuji-Stand war in der Zeit, in der ich bei Calumet war, der unaufgeregteste. Kein lautes Geschnatter, was man nicht alles tolles kann, keine Superlative, keine Quervergleiche zu anderen Systemen. Stattdessen wurde ganz unaufgeregt ein Fotobuch gezeigt, was mit Fuji denn so möglich sei, wenn man weiß, was man da tut. Das Fotobuch war übrigens von Eugen Kamenew. Die Kamera die er benutzte war eine X-T1. Die erzielten Ergebnisse waren nicht nur für mich ziemlich beeindruckend. Ebenfalls beeindruckt hat mich die X-H1. Wenn ich irgendwann mal von der X-T1 wechseln sollte, dann wohl auf die X-H1. Auch wenn sie nicht ganz so kompakt ist, gefällt sie mir persönlich besser als die ebenfalls am Stand präsentierten X-T2 und X-T3. Womit wir dann auch bei der X-T1 wären.



Ja, sie war und ist für mich die genau richtige Entscheidung. Und ja, sie ist tatsächlich das viel beschriebene Arbeitstier - genügend Akkus vorausgesetzt. Und Spaß macht sie dabei auch noch. Komischerweise fotografiere ich mit ihr sogar zu mehr als 50% manuell und nutze dafür sogenanntes "Altglas". Sämtliche Bilder in diesem Artikel wurden mit der X-T1, dem PENTAX-M 1:4 200mm sowie dem Revuenon 1:5.6 300 mm gemacht. Fragen Sie / Fragt Ihr mich jetzt aber bitte nicht, welches Bild, mit welchem Objektiv gemacht wurde oder welche Blende ich verwendet habe. Ich weiß es nicht. Fuji hat es irgendwie still und heimlich geschafft, dass bei mir die Technik immer mehr in den Hintergrund tritt. Was zählt, ist das Ergebnis, das Bild!  Ob es jetzt mit 200 mm oder 300 mm gemacht wurde oder mit Blende 4, 5.6 oder 8, ist - zumindest mir - völlig wurscht. Auch wenn ich mich an das ein oder andere Bedienungsfeature von Fuji wahrscheinlich nie gewöhnen werde. Warum in aller Welt muss ich jedesmal, nachdem ich die Kamera ausgeschaltet habe, den Selbstauslöser neu aktivieren? Das nervt total! Und warum fährt das 15-45 beim Betrachten der Bilder in den Ruhemodus? Tut das wirklich Not?


Ach so, ja, fast vergessen, das 16 mm 2.8. Tolle kleine Linse. Gefällt mir gut. Ich weiß gerade bloß nicht, ob ich sie brauche oder will. Mein 15-45 macht da einen nicht minder tollen Job. Blende 2.8 gegenüber Blende 3.5 halte ich für meine Belange durchaus als vernachlässigbar. Ob das mehr an BQ tatsächlich den Aufpreis von knapp 300 EUR Wert ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Vielleicht verleiht Fuji mir ja für einen Tag ein Exemplar während des Fotomarkts in Zingst. Mal schauen. Und dann wären da ja noch das 16-55 und - angeblich noch in 2019 - das 16-80. Gar nicht so leicht. Das 12 mm Samyang kommt mir von der Brennweite nicht so entgegen. 18 mm auf Kleinbild bezogen sind so gar nicht meine Welt. Genau sowenig wie 35 mm KB. Auf beide Brennweiten komme ich nicht klar. Und für die paar Male, die ich ein (U) WW benötige, ist das 14-45 mehr als ausreichend. Digitaler Bildlook hin, digitaler Bildlook her. Aber das bekomme ich auch noch in den Griff. Zur Not hinterlege ich mir ein eigenes Profil mit etwas weniger Kontrast und etwas weniger Schärfe für die Linse. Mal gucken...


Emiliano habe ich dann auch irgendwann im Gewusel gefunden - mit einer Canon in der Hand! Und das als Olympus Visionary! Unglaublich! Ich war fast geneigt, mit meiner Fuji ein Bild davon zu machen. Es war ihm allerdings auch sichtlich unangenehm. Aber das Teil, egal was auch immer es war und um was es da ging, gibt es derzeit noch nicht für Olympus. Doof! Ansonsten ging es bei ihm um irgendwelches (semi) professionelles Blitzlichtgedönse und darum, welch groben Unfug man damit anstellen kann. (Noch) Nicht meine Baustelle! Mich überfordert das entfesselte Blitzen mit meinem Godoxgeraffel immer noch. Aber, es wird! Vielleicht haben wir ja in Zingst etwas mehr Zeit zu quatschen. So wie es aussieht betreut Emiliano wohl wieder den Fotogarten zusammen mit Thomas, Melanie u. a. - Bildbesprechung und Fotowalk inklusive. Fragt sich nur, ob sie mir den Olympusaufkleber auf der Fuji abnehmen.

Glück auf!

Fujifilm X-T1 | PENTAX 1:4 200 mm | Revuenon 1:5.6 300 mm