Der Mann mit dem Klapperkasten



Wie der ein oder andere bereits festgestellt haben dürfte, habe ich mir wieder eine DSLR zugelegt und damit Rücken. Ja, richtig gelesen, DSLR! Mit Spiegel - nicht ohne! So einen richtigen oldschool Klapperkasten. Und dann noch nicht mal von PENTAX sondern von NIKON. Ja, auch richtig gelesen!


Was mich dazu bewogen hat? Keine Ahnung! Schuld dürfte aber mal wieder Kumpel Holger sein. Der fotografiert seit neun (9) !!!!! Jahren einzig und allein mit seiner D3s. Neun Jahre, eine Kamera. Unfassbar! Und wenn man ihn fragt, bekommt man als Antwort, das alles was nach der D3s kam, eh nur Spielerei sei. Aha! Na dann! Muss wohl irgendwas dran sein, an den professionellen Knipsen von Nikon!?


Ich weiss nicht, wie oft ich um seine D3s rumgeschlichen bin. Ich weiss aber noch, wie sehr ich beeindruckt war, als ich die D3s mal in einen fast dunklen Raum gehalten und ausgelöst habe. Das Ergebnis war ein sauber belichtetes, scharfes Bild. Das haben weder die PENTAX K-5II noch die Olympus OM-D E-M1 geschafft.


Neulich bekam ich dann ein ziemlich unverschämtes Angebot bzgl. einer D3. Leider ohne "s". Trotzdem beschäftigte ich mich auf einmal mehr mit dem gebrauchten Kleinbildknipsenangebot von Nikon, als mir lieb war. Und eigentlich schielte ich ja auch nur zur D700 mit einem 50mm 1.8D und einem 85mm 1.8D. Eigentlich ... bis da dieses Angebot für die D750 auftauchte und der Finger schneller war als das Hirn! Böser Finger! Ganz böser Finger!


Und nun?  Nun besitze ich eine D750 mit einem Tamron SP 24-70mm 1:2.8 G1, einem Tamron SP 70-300mm DI VC, einem Tamron SP45mm DI VC und einem Nikkor 85mm 1.8D. Irgendwie ganz schön bekloppt und irrational. Aber wie heisst es doch so schön: "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern!"


Ja, die Kombi ist groß und klobig und schwer! Ja, es ist ungewohnt, wieder im Vorfeld nicht gleich im Sucher sehen zu können, wie das fertige Bild aussehen wird. Ja, es ist gewöhnungsbedürftig sein Messfeld nicht frei über das gesamte Sichtfeld positionieren zu können. Ja, technisch ist das ein Schritt zurück in die Vergangenheit. Und ja, den ein oder anderen Vorteil einer DSLM vermisse ich in der Tat.


Im Gegenzug genieße ich die Lowlightfähigkeit der D750 und deren Autofokusperformance. Da sind schon Sachen möglich, die mit der Fuji oder Olympus nicht (mehr) machbar waren - gerade was den AF-C angeht. Vor allem zusammen mit dem Tamron 45mm 1.8 spielt die D750 da in einer anderen Liga. Und die Reserven, die in so einem RAW aus der D750 stecken, überraschen mich immer wieder aufs neue. Nicht das die X-T1 oder E-M1 da wirklich schlecht waren, aber die D750 kann da schon ernsthaft mehr.

Glück auf!

Nikon D750 | TAMRON 28-75mm 1:2.8