Tote Hose



Die Tage meine Joern bei Facebook ziemlich vorwurfsvoll zu mir, ich würde hier im Blog so gar nichts mehr schreiben. Recht hat er! Der letzte Post ist vom 22. Dezember 2019. Das ist fast ein Jahr her. Der Tag damals im Brieden-Verlag sollte eine der letzten Hörsessions sein, bevor Corona die Welt in Atem halten sollte. Nur ahnte das damals noch niemand. Kurze Zeit später sollte noch ein ziemlich nachhaltiger Abend in Holgers Höhle folgen. Das war's dann mit dem letzten unbeschwerten Jahr in der Vor-Corona-Zeitrechnung.


Und jetzt ist irgendwie alles anders. Das Fotofestival in Zingst wurde abgesagt, die Photoadventure in Duisburg wurde auf den Herbst verschoben, die Cranger-Kirmes musste abgesagt werden und auch der Cranger-Winterzauber wird ausfallen müssen. Ein irgendwie verbrauchtes Jahr. Vor allem fotografisch. 


Was das mit Joern zu tun hat? Joern habe ich jetzt auch schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Ich glaube zuletzt vor drei Jahren auf einem Lautsprecherbattle in Bremen bei Wolfgang. Damals waren wir beide noch im mFT-Lager unterwegs. Joern mit Panasonic und ich mit Olympus. Überzeugt waren wir damals beide vom System. Sehr sogar! Inzwischen sind wir es nicht mehr und beide bei Nikon-Kleinbild gelandet. Joern besitzt eine Z6 und ich eine D750. Er ist also dem spiegellosen System treu geblieben, während ich zurück zum Spiegel gewechselt bin. Zufrieden sind wir beide.


Der Umstieg auf die Nikon war für mich sowas wie die Ereigniskarte bei Monopoly "Gehen sie zurück auf Los, ziehen sie keine 4.000 Geldeinheiten ein!" Von der Bedienung her war und ist das schon ein Rückschritt gewesen, wie man im Klapperkastenpost nachlesen kann. Bzgl. Bildqualität, Autofokus und Lowlightfähigkeiten aber auch ein klarer Fortschritt. Richtig Ruhe in das Thema brachte dann aber die Anschaffung des Nikon bzw. Nikkor 24-70mm ED 1:2.8, mit dem ich inzwischen den Großteil meiner Bilder mache. Die Kombination aus D750 und 2470 funktioniert einfach hervorragend. Klick - Klack - Fertig! Das funktioniert ohne lange über die jeweiligen Gegebenheiten nachdenken zu müssen. O.K. ich gebe zu, das hat eine Weile gebraucht und Kumpel Holger hatte durchaus Recht als er meinte "Deine nächsten 5.000 bis 10.000 Bilder sind vermutlich für'n Arsch, aber dann wird es besser!"


Bei Joern bin ich mir gerade gar nicht so sicher, was zuerst war. Boxenbau oder Fotografie. Ist auch nicht wirklich wichtig. Witzig ist, dass wir uns zumeist an Orten treffen, an denen wir das eigentlich nicht erwarten. Veranstaltungen, Foren, Gruppen, Wettbewerbe etc. Wir müssen dann immer schmunzeln und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mein Besuch bei Joern im hohen Norden noch immer aussteht. Eigentlich wollten wir damals das ein oder andere mFT-Objektiv ausprobieren, was der jeweils andere im Besitz hatte. Mal schauen, was das Jahr 2021 so bringt. Es soll da ja den ein oder anderen schönen Campingplatz in der Gegend um Joerns zu Hause geben.


Zumindest hat Joern erreicht, dass ich mich mal wieder mit meinem Blog und dessen Inhalten auseinandergesetzt habe. Macht "gelsen-pen" in der heutigen Zeiteigentlich noch Sinn? Zu meiner Olympuszeit war "Pen-And-Tell" von Reinhard Wagner mein absoluter Lieblingsfotoblog. Reinhard kannt die Antwort, bevor ich die Frage wusste. Aber auch sein Blog hat sich über die Zeit immer mehr von seinem Kernthema  "PEN" und "OM-D" entfernt und zu "TELL a Story" bzw. "be straight and honest" entwickelt. Das macht Reinhard, Profi, der er nun mal ist, sehr souverän, auch, wenn er mich damit bei weitem nicht mehr so abholt wie früher. Aber wahrscheinlich wird dieser Blog einen ähnlichen Weg gehen. Es wird nicht mehr, wie in der Hochzeit, um Kameras und Objektive gehen, sondern um Ereignisse und Geschichten, die mit Hilfe einer Kamera und eines Objektivs begleitet und abgelichtet werden. O.K. das gab's früher auch schon, ich weiss, wird jetzt aber bestimmt eher mehr werden. 


Weniger geht ja auch kaum noch!

Glück auf!