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Die Sony Alpha 7 I ein Spielzeug? 

Sony Alpha 7 I / PENTAX-M 50mm 1:1.7

Yepp - und zwar sowas von! Ich meine das nicht mal böse, aber vergleichen mit meiner D750 ist die Alpha 7 I einfach ein süßes, kleines Spielzeug. Gegenüber der D750 sind die Knöpfe der A7 klein und winzig und durchaus deplatziert.

Sony Alpha 7 I | PENTAX-M 50mm 1:1.7

Ja, ich weiss, dafür ist der Body auch viel, viel kleiner und leichter. Stimmt! Das waren die Bodies der OM-D E-M5 oder Fuji X-T1 aber auch. Und trotzdem fand ich deren Bedienbarkeit und Zugänglichkeit durchdachter und besser. Vergleicht man zudem die Haptik einer OM-D mit der der Sony, zieht letztere klar den kürzeren. Die X-T1 allerdings auch.

Sony Alpha 7 I | PENTAX-M 75-150mm 1:4

Es gibt Kameras, bei denen mache ich mir keine Gedanken, wenn ich losziehe, um zu fotografieren und nicht weiss, was mich erwartet. Die OM-D E-M1 I war z. B. so eine Kamera, die Pentax K-1 wäre eine solche Kamera und die Nikon D750 ist so ein Werkzeug. Die Sony A7 I gehört nicht in diese Kategorie, ebenso wenig wie die X-T1. Das hat nichts mit der zu erwarteten Bildqualität zu tun, sondern mit den von mir vermuteten Nehmerqualitäten der Kameras. Da haben mich Fuji und Sony einfach weniger überzeugt als Olympus, Pentax oder Nikon.

Sony Alpha 7 I | Makro Revuenon 28mm 1:2.8

Hinzu kommt die Verlässlichkeit. Zusammen mit dem Nikon 24-70mm 1:2.8 ED wird aus der Nikon D750 eine Kombination, auf die ich mich zu 100 % verlassen kann und der vor nichts bange ist. Der Autofokus sitzt, die Schärfe passt und das Rauschverhalten ist exzellent. Der Tubus des 2470 fährt zudem nur marginal aus und ist dabei durch die Gegenlichtblende hervorragend geschützt. Insgesamt liegt die Kombi so gut in der Hand und lässt sich so gut tragen, dass ich auf ruhigeren Veranstaltungen immer öfter auf einen Schultergurt verzichte. 

Sony Alpha 7 I | PENTAX-M 75-150mm 1:4

Bei der Sony sieht das Ganze schon anders aus. Vor allem dann, wenn man, wie ich, seine Ausrüstung gebraucht kauft. Ein gebrauchtes 2470 2.8 G-Master von Sony kostet, im Vergleich zum Nikon, gebraucht in etwa das Doppelte, während sich die Neupreise in etwa auf Augenhöhe bewegen. Da Glas aber bekanntlich wiegt, wird die Kombination aus G 2470 und A7 I sehr kopflastig und lässt sich selbst mit einem Batteriegriff bei weitem nicht so gut und ausgewogen tragen, wie die D750. Eine wirklich gute Alternative zum G-Master wäre das Tamron 28-75mm 1:2.8 Di III RXD. Autofokus und Treffsicherheit, gerade bei Low Light sind zwar nicht ganz auf Augenhöhe mit dem Nikkor, aber alle Mal ausreichend. Einziger Makel, der Tubus fährt beim Zoomen doch recht weit aus dem Objektivgehäuse heraus, was ich persönlich nicht so sehr mag. Aber vom Preis-Leistungs-Verhältnis her ist das Objektiv eigentlich kaum zu toppen.

Sony Alpha 7 I | Tokina 28-70mm 1:2.8-4.3

Apropos Batteriegriff. Der kann zum Glück zwei Akkus aufnehmen, was bei dem Stromverbrauch der A7 I ein wahrer Segen ist. Während ich mit der Nikon vollkommen beruhigt mit zwei Akkus, einen in der Kamera und einen in Reserve, losziehe und in der Regel nicht mal den in der Kamera aufbrauche, nehme ich mit der Sony zumeist sechs Akkus mit, von denen auch zumeist alle ihren Weg in die Kamera finden. Für eine verlässliche Reportage- oder Reisekamera ist das in meinen Augen ein K.O.-Kriterium.

Sony Alpha 7 I | Tokina 28-70mm 1:2.8-4.3

Als Reportage- und Reisekamera habe ich mir die Sony aber auch gar nicht gekauft. Die A7 I hat ganz andere Qualitäten, Qualitäten die ich außerordentlich schätze! Die wohl wichtigste ist, die Möglichkeit, mittels Adapter, nahezu jedes manuelle Objektiv zu adaptieren und per Highlighting bzw. Fokuspeaking scharfzustellen. O.K. das konnten die OM-D E-M1 I und die X-T1 auch, aber bei weitem nicht so gut und brillant wie die Sony A7 I . Und das auch noch im Vollformat Kleinbild. Ein 28mm Weitwinkel bleibt mit der A7 ein 28mm Weitwinkel und mutiert nicht zu einer 42mm bzw. 56mm Normalbrennweite wie an eine APSC- oder mFT-Kamera. Großartig! Zumal es günstiger und besser als mit der A7 I im Kleinbild zur Zeit nicht geht. Vor allem dann, wenn man viel mit einem Stativ fotografiert und auf einen Stabilisator verzichten kann.

Sony Alpha 7 I | Makro Revuenon 28mm 1:2.8

Wenn es also gerade nicht nicht regnet oder schneit, ich die Location kenne oder die Umgebung beeinflussen kann, ist die A7 I meine bevorzugte Kamera wenn es um Nacht- oder Landschaftsaufnahmen geht. Kamera auf das Stativ, ISO auf max. 200 und das Objektiv auf Blende 8 bis 11. Da auf den alten Objektiven zumeist noch eine Tiefenschärfeskala abgedruckt ist, das Objektiv auf die Hyperfokaldistanz voreinstellen, so dass das Unendlichzeichen auf der gerade verwendeten Blendenzahl steht. Vor Ort kann man zur Not ggf. mit Hilfe der Fokuslupe noch etwas nachjustieren. Funktioniert super und führt oftmals zu staunenden und verwunderten Gesichtern. "Willst Du gar nicht scharf stellen?" "Doch, habe ich doch schon!" KLICK! Und während man bei der Nachtfotografie ggf. kurz nachjustiert, hört man von nebenan "zzzt ... zzzt ... zzzt ... zzzt ... oh menno ....  aahh ... nee ... Mist ... nochmal..."

Sony Alpha 7 I | Makro Revuenon 28mm 1:2.8

Ich bevorzuge die A7 I zudem immer dann, wenn ich Zeit und Muße zur Fotografie habe bzw. die Umgebung selbst beeinflussen kann - wenn ich also SPIELEN kann und darf! Genau dann ist die A7 I eine großartige Kamera, die sich auch vor aktuellen DSLMs wie der Nikon Z6 oder der Sony A7 III nicht zu verstecken braucht. Bildtechnisch sehe ich zwischen der D750 und der A7 im realen Leben kaum einen Unterschied, auch wenn Tests scheinbar belegen, dass es eine A7 III braucht, um die Bidqualität einer D750 zu erreichen. Mag sein, dass die D750 mehr Reserven hat, als die A7 I oder ein besseres Rauch- und Low-Light-Verhalten, aber bei ISO 200 auf einem Stativ relativiert sich das Ganze recht schnell - vollkommen unabhängig vom Umgebungslicht.

Sony Alpha 7 I / PENTAX-M 50mm 1:1.7

Warum ich beim Klapperkasten D750 bleibe und mir keine Sony A7 III kaufe. Erstens schätze ich die D750 und ihren optischen Sucher dafür viel zu sehr und zweitens traue ich auch der A7 III die Nehmerqualitäten einer D750 nicht zu. Drittens müsste ich für die Objektivqualität, der Objektive, die ich an der D750 nutze bei Sony verdammt tief in die Tasche greifen, nur um am Ende die gleiche bis leicht bessere Bildqualität zu haben. In meinen bescheiden Augen liegt der Mehrwert der Spiegellosen nämlich zu 75 % in der Produktion der Bilder (What you see is what you get) und nur zu maximal zu 25 % in einer höheren Bildqualität. Das ist es mir den Mehrpreis als ambitionierter Hobbyist am Ende des Tages aber nicht wert.

Sony Alpha 7 I / PENTAX-M 50mm 1:1.7

Glück auf!

Sony Alpha 7 I | PENTAX-M 75-150mm 1:4 | Pentax-M 50mm 1:1.7 | Makro Revuenon 28mm 1:2.8 | Tokina 28-70mm 1:2.8-4.3